Donnerstag, 8. August 2013

Kleine Fische werden groß

Hallo,

kennt ihr: "Kleine Fische werden groß" von Vader Abraham? Das Originallied findet ihr hier.  Ich habe dieses Lied mal etwas umgeschrieben, vielleicht gefällt es Euch ja.

Liebe Grüsse

Eure daira{M}

Kleine Fische werden groß

Ich ging im Sommersonnenschein
mit meinem kleinen Töchterlein
zum Fluß hinab
da saß ein Mann mit einer Angel.
In einem Eimer, dunkelgrün,
schwammen die Fische, die er fand.
Auch ein ganz winzig kleiner Fisch
war darin gefangen.
Das Mädchen sah dem Tierchen zu
dann fragte sie mich plötzlich:
Du, er sieht so traurig aus,
kannst du mir das erklären?
Findet er denn wieder heim,
bleibt der kleine Fisch so klein,
sag mal, Mami,
was wird später aus ihm werden?
Kleine Fische werden groß,
sagte ich und dachte bloß
und dann schwimmen sie hinaus,
in die weite Welt hinaus.
Kleine Mädchen werden groß,
heut' sitzt du auf meinem Schoß,
aber einmal, du wirst sehn
wirst du eig'ne Wege geh'n.
Da warf sie ihren Arm um mich:
Mama, ich laß dich nie im Stich.
Uns beide kann im Leben
niemals jemand trennen.
Mir aber war es nur zu klar,
wird sie erst einmal fünfzehn Jahr,
lernt sie auch
Männer kennen.

War ich ihr Mittelpunkt bisher,
bald liebt einen and'ren mehr
und irgendwann wird von zuhaus
sie Abschied nehmen.
Und ich werd' am Fenster steh'n
und nach meinem Liebling seh'n
und ich weiß, in meinen Augen stehen Tränen. Kleine Fische werden groß,
sagte ich und dachte bloß
und dann schwimmen sie hinaus,
in die weite Welt hinaus.
Kleine Mädchen werden groß,
heut' sitzt du auf meineem Schoß,
aber einmal, du wirst sehn
wirst du eig'ne Wege geh'n.

Sonntag, 4. August 2013

Gaby wartet im Park- Kaptiel 4



Nervös saß Valerie Brandt am nächsten Morgen im Büro. Ihre Chefin, Frau Moser, war schon vor ihr da gewesen, als Valerie reinkam saß sie im strengen Hosenanzug und der weißen Bluse an ihrem Schreibtisch und erledigte irgendwelche Schreibarbeiten. Was genau konnte Valerie nicht sehen. Auch nicht als sie hinging und fragte ob Frau Brandt einen Kaffee wollte.
„Klar bringen sie mir doch bitte noch einen.“
Mit diesen Worten reichte sie Frau Brandt ihre Kaffeetasse. Und Valerie ging schnell zum Automaten und machte ihr einen Kaffee, tat die Milch rein und brachte ihn zurück. Gaby bedankte sich und trank den ersten Schluck, angewidert stellte sie den Kaffee ab.
Jetzt reichte es endgültig, erst die schlampige, extrem langsame Arbeitsweise und nun konnte sie sich nicht mal mehr merken wie die Chefin den Kaffee haben wollte. Gaby war stinkig. Sie ging zum Schreibtisch und nahm das „Direktion- unbesetzt- Schild“ heraus um es in das Seitenteil aus Glas in der Tür zu hängen.
Valerie sah wie Frau Moser mit dem Schild Richtung Eingangstür lief. Sie bekam große Augen. Das klang nicht gut. Gar nicht gut. Der Schritt ihrer Chefin war sehr angespannt und laut. Sie hoffte, dass sie sich bald beruhigen würde, aber als sie dann auf dem Rückweg von Frau Moser nur ein
„MITKOMMEN!“  zurückbellte, wusste sie schon, dass sie sich geirrt hatte. Also ging sie lieber hinter her, zog ihre knallenge Jeans noch glatt und setzte sich auf den Stuhl vor Frau Moser.
„Frau Moser, was ist denn los? Hab ich ….?“
„AH, Frau Brand, gestatten Sie dass ich anfange? Sie können sich gerne später äußern!“,Gaby  war wirklich angepisst, der Kaffee brachte das Fass zum überlaufen.
„Ja sorry, Chefin!“
Valerie schaute betreten zu Boden und schwieg. Die Stimmung von Frau Moser war arg im Keller auch ohne das sie Frau Moser noch weiter reizte.
Gaby begann aufzuzählen: „Also Frau Brandt, wie trinke ich gewöhnlich meinen Kaffee?“
„Mit einem Schuss Whiskey!“, noch ehe Valerie sich auf die Zunge beißen konnte waren ihr die Worte entglitten und Gaby starrte sie entgeistert an. Ihre Augen weiteten sich und Valerie konnte den Zorn in ihren Augen erkennen. Damit war die Grenze eindeutig überschritten und wenn es noch eine Chance gab, dass Valerie glimpflich aus dieser Sache kam, so war genau diese Chance gerade vertan. Valeries viel zu große Klappe brach ihr gerade das Genick und das würde ihrem Auftraggeber ganz und gar nicht gefallen.

„Frau Brand würden Sie das bitte noch einmal wiederholen?“, Gaby zischte diese Worte mehr als dass sie sie sprechen konnte. Das eben war ja wohl die größte Frechheit die sich dieses junge Ding leisten konnte. Unterstellte sie ihrer Chefin doch gerade eine Säuferin zu sein.
Valerie schluckte, sie konnte die Worte nicht wiederholen, sie spürte genau dass sie eindeutig zu weit gegangen war. Und leise sagte sie dann: „Es tut mir leid.“
„DAS SOLLTE ES AUCH! Das eben war die größte Respektlosigkeit die ich mir vorstellen kann. Mir ist noch nie so eine Unverfrorenheit untergekommen, wenn ich in ihrem Alter so etwas zu meinem Chef gesagt hätte, wäre er schnurstracks zu meinem Vater spaziert und glauben Sie mir, dann wäre ich froh gewesen, wenn ich die nächsten Tage eine so enge Jeans hätte anziehen können. Ihr Benehmen ist unentschuldbar. Dabei können sie sich das gerade nicht wirklich leisten, sie arbeiten in einem echten Schneckentempo, Sachen die ich anfordere hab ich meistens erst Tage später auf dem Schreibtisch. Eben vergessen Sie meinen Zucker im Kaffee und nun so etwas. Ich verstehe sie nicht. Haben Sie eine neue Arbeitsstelle, wollen Sie das ich Ihnen kündige? Was soll das ganze?“
Gaby hatte sich in Rage geredet und ihre Stimme wurde immer eindringlicher. Ihr Blick sagte Valerie genau, wie tief sie gerade in der Misere war, ganz verdammt tief.
„Iiiich, ich weiß es nicht, Chefin, ehrlich.“
„OK Frau Brand, wir haben nun zwei Möglichkeiten, entweder ich schreib Ihnen einen Abmahnung und lege einen Aktenvermerk an oder sie erzählen mir die Wahrheit, erzählen mir was hier los ist.“
„Ich weiß es nicht, irgendwie hab ich einfach nur keinen guten Lauf.“
„Das merke ich auch, Frau Brand. Aber wieso? Was ist denn los mit Ihnen?“
„Ich weiß es nicht, ich weiß es wirklich nicht, Frau Moser.“
Valerie begann zu weinen. Irgendwas löste diese Frau gerade in ihr aus. Schuldgefühle waren das eine, aber warum gab sie sich so viel Mühe mit ihr? Valeries Tränen liefen ihr sonnengebräuntes Gesicht hinunter. Gaby stand auf, sie ging auf Valerie zu. Dann setze sie sich auf die Tischkannte genau vor Valerie. Gabys Stimme wurde sehr ernst, sehr ruhig, so wie sie es nur von Kassandra kannte. Gaby suchte nach Beherrschung, sie war über dieses verstockte Gör dermaßen wütend, dass sie Valerie am liebsten übers Knie legen wollte. Sie musste bei dem Gedanken grinsen, so fühlte es sich also an wenn Kassandra zur Abstrafung griff. Aber Moment, Kassandra beruhigte sich danach wieder und half es IHR  Fehler nicht zu wiederholen, Fehlverhalten einzugestehen und sich zu bessern. Gaby schaute Valerie an und dachte nach. Vielleicht wäre das ja ein Weg um Frau Brand wieder auf den Pfad der Fleißigen zu holen.
„Hören Sie, Frau Brand, betrachten Sie das Gespräch als Warnung. Sollte ich noch einmal erleben, dass Sie ihrer Arbeit nicht ordnungsgemäß nachgehen, wird das für Sie und ihren hübschen HINTERN unmissverständliche Konsequenzen haben. Ich hoffe wir verstehen uns.“
Valerie riss die Augen auf. Ja, sie hatte verstanden, sie hatte nur zu gut verstanden, ein Fehler auf der Arbeit und Frau Moser würde sie übers Knie legen. Sie konnte es nicht glauben. Waren denn alle verrückt? Gab es keine normalen Menschen mehr? Dachten wirklich alle man könne mit einer Tracht Prügel dafür sorgen, dass ein anderer gehorcht, Fehler einsieht? Das war ja genauso wie bei dem Mann im weißen Anzug. Nur weil er die Macht hatte sie zu schlagen, besaß er noch lange nicht ihren Gehorsam, sie wollte sich aussuchen von wem sie sich schlagen ließ, sie wollte aussuchen wem sie gehorchen musste. Wenn es überhaupt eine solche Wahl zu treffen gab. Denn wenn es sich vermeiden ließe würde sie ganz drauf verzichten, jemandem gehorchen zu müssen.

„Frau Moser, ich hab Angst.“, Valeries Tränen begannen zu laufen, irgendwie spürte sie, dass sie dieser Frau vertrauen konnte?
„Was macht Ihnen Angst?“, Gaby griff vorsichtig nach Valeries Hand und schaute ihr direkt ins Gesicht, in ihre rehbraunen Augen. Valerie wurde immer nervöser, sie wusste, sie musste irgendwann sich jemandem öffnen. Aber ausgerechnet ihrem Opfer? Nein, das ging nicht.
„Frau Moser, ich hab Angst, dass sie mich entlassen. Mir macht die Arbeit hier echt Spaß, ich arbeite gerne mit Ihnen zusammen.“ Sie log jetzt nicht, aber es war auch nicht das was sie eigentlich sagen wollte. Sie hoffte das Frau Moser ihr das aber abkaufen würde.
„Frau Brand, ich werde sie nicht entlassen, aber wenn mir in Zukunft ihre Arbeitsweise missfällt, werden sie eine Reise antreten, eine schmerzhafte Reise. Haben wir uns verstanden?“
„Ja, Frau Moser.“
Valerie seufzte auf. Zumindest die Klippe wäre umfahren, auch wenn sie gerade nicht die volle Wahrheit gesagt hatte, so hatte sie nicht wirklich gelogen und das war auch etwas. Und sie spürte, dass Frau Moser sie wirklich aufrichtig mochte. Valerie begann zu überlegen. Bis Frau Moser sie aus ihren Gedanken riss.
„Frau Brand, das Gespräch ist beendet, gehen sie wieder an ihre Arbeit!“
„Darf ich Mittagspause machen?“
„Nein, holen Sie die unerledigten Aufgaben nach!“
Gaby musste nun hart bleiben, ansonsten wäre die ganze Standpauke für die Katz und sie konnte überdeutlich erkennen, wie Valerie aufbegehren wollte, aber diese biss sich nur auf die Lippen und schwieg.
„Frau Brand, für die Zukunft möchte ich von Ihnen eine Antwort haben, ob sie meine Anweisungen verstanden haben!“
Valerie nickte.
„Eine VERBALE Antwort, Frau Brand!“, allmählich wurde Gaby echt sauer. Da bekam Frau Brand hier eine zweite Chance und bockte immer noch rum. Valerie erschrak. Das war ja schlimmer  als in einer Kaserne.
„Ja, ICH habe VERSTANDEN, Frau Moser!“, in Valerie kochte die Wut hoch, sie war doch nicht im Gefängnis oder in einer Kaserne. Das konnte Frau Moser doch nicht machen.
Gaby schaute Valerie entsetzt an. Was war das? Was fiel diesem jungen Ding ein? Zweifelte sie wirklich daran, dass Gaby ihr Versprechen einhielt? Anstatt lange zu überlegen zog Gaby eine völlig überraschte Valerie Brand kurzerhand über ihre Knie und ließ ihre Hand auf den strammen Jeanshintern krachen. Immer wieder spürte Valerie die harte Hand ihrer Chefin und verdammt, die Handschrift war nicht von schlechten Eltern!!!
„NIE… WIEDER… WERDEN… SIE… MICH… SO… ANPAMPEN!.... ICH… DULDE… DIESEN… TONFALL… NICHT!“, jedes dieser Worte wurde von einem kräftigen Schlag auf Valeries Po begleitet. Gaby führte die Schläge so hart und präzise aus, dass Valerie schon bei den ersten Schlägen die Tränen liefen.
„Jaaaa,……….AUAAAAAA!! Ich habe verstanden……., bitte hören Sie auf!“ Valerie begriff, sollte sie sich nicht schnell den neuen Anforderungen anpassen, würde sie noch sehr oft eine derartige Abreibung erhalten. Und verdammt, ihr Arsch stand gerade in Flammen, sie weinte, nein sie heulte. Sie begriff die zweite Chance von Frau Moser war an Bedingungen geknüpft, aber das erste Mal waren es keine Bedingungen bei denen sie sich benachteiligt fühlte. Das Gespräch vorhin, Frau Moser sorgte sich um Valerie und so sehr ihr Hintern auch schmerzte, so sehr spürte Valerie, dass es kein Zorn war, es lag keine Wut in diesem Verhalten. Valerie begann noch mehr zu weinen. Gaby streichelte sanft über Valeries Rücken, zog sie sanft hoch, nahm sie in den Arm und hielt sie einfach nur fest.
„Shhhh, alles ist gut.“
Sanft fuhr sie damit über Valeries Kopf.
„Eeees tuuuut mir leid, dass ich sooooooo pampig geworden bin.“
„Shhh, alles ist gut. Alles ist vergeben und verziehen.“
Valerie kuschelte sich bei Gaby ein, sie hatte das Bedürfnis von dieser Frau festgehalten zu werden.

Nach dem sich Valerie wieder beruhigt hatte, ließ Gaby sie los, nahm ihre Hand unter Valeries Kinn und zwang sie Gaby anzusehen.
„Nun gehen Sie bitte wieder an die Arbeit. Ich möchte, dass Sie heute pünktlich Feierabend machen können.“, Gaby versuchte zu lächeln, sie wollte Valerie das Gefühl geben, dass alles wieder in Ordnung war. Und so war es auch für Gaby, dass spürte Valerie deutlich und komischerweise, für sie war auch wieder alles in Ordnung. Sie hatte für ihr Fehlverhalten eingestanden und Frau Moser war nicht mehr böse.
„Ich geh sofort wieder an die Arbeit, Frau Moser.“
„Vorher bringen Sie mir bitte noch mal einen neuen Kaffee.“, Gaby lächelte Valerie an und begab sich wieder an ihre Arbeit. Valerie nahm indessen die Kaffeetasse von Frau Moser, ging damit in die Küche, leerte den mittlerweile kalten Kaffee aus und goss neue Milch in die Tasse, nahm zwei Löffel Zucker und stellte die Kaffeetasse unter den Vollautomaten, drückte den Knopf. Unter lauten Rattern wurde der Kaffee gemahlen und dann aufgebrüht. Schnell brachte Valerie den Kaffee dann zu Frau Moser.
„Bitte sehr. Ich hoffe der Kaffee schmeckt ihnen.“
„Danke, Frau Brand.“
Valerie ging zu ihrem Platz und vorsichtig setzte sie sich hin. Verdammt, das tat weh, die Frau hat ne ordentliche Handschrift. Sie fing an alle liegengebliebene Arbeiten zu erledigen und machte auch schnell die angeforderten Kopien. Sie sorgte dafür, dass keiner mehr einen Grund hatte sie zu bestrafen. Gegen 18.00 Uhr sah sie auf die Uhr und seufzte. Vorsichtig ging sie zu Frau Moser:
„ÄH Chefin, es ist 18.00 Uhr, darf ich Feierabend machen?“
„Ja, klar Frau Brand. Schönen Feierabend noch.“
Valerie packte ihre Sachen und verließ, das Büro. Als sie auf der Straße ankam, stieg gerade ein extrem gutaussehender dunkelhaariger junger Mann aus einem Auto mit der Aufschrift.

Flanagan Sicherheitstechnik
Spezialgebiet: IT-Sicherheit

Man der Kerl sah ja richtig süß aus. Valerie musste lächeln. Und er lächelte zurück. Aber schnell gefror das Lächeln. Er ging direkt in die Bezirksdirektion. Nervös ging Valerie zur Bushaltestelle und fuhr mit dem nächsten Bus nach Hause. Im Büro stand Gaby am Fenster und beobachtete Valerie, die Kleine war nach der Tracht Prügel so was von handzahm geworden, sie war wieder die Sekretärin wie damals bei ihrer Einstellung. Gaby seufzte, irgendetwas stimmte nicht mit ihr. Gaby hing den Gedanken und ihren Sorgen um Frau Brand nach. Dann vernahm sie ein Klopfen an der Bürotür.

„Herein!“
Vor Gaby stand ein Endzwanziger mit schwarzen Haaren, braunen Augen und einem etwas zu kurzem Haarschnitt für ihren Geschmack.
„Herr Flanagan?“
„Yes, M’am!“, der junge Mann lachte und gab Gaby die Hand.
„Möchten Sie einen Kaffee haben?“
„Sehr gerne Frau Brand.“ Jack Flanagan setzte sich hin und schaute zu Gaby rüber. Diese machte schnell zwei Kaffee am Vollautomaten und ging damit zum Schreibtisch rüber.
„Milch und Zucker stehen hier. Bedienen Sie sich.“
Jack Flanagan tat sich etwas Milch in den Kaffee, rührte um und schaute aufmerksam zu Gaby rüber.
„Also Frau Moser, was genau ist denn hier das Problem?“
„Ähm, ich habe das Gefühl wir werden ausspioniert.“, begann Gaby zu erzählen. Jack Flanagan hörte aufmerksam zu.  Am Ende meinte er dann.
„Ich werde hier einige Sicherheitsvorkehrungen treffen, dann werden wir herausfinden was wirklich los ist.“
„Prima und welche wären das?“
„Genau das werde ich Ihnen im Interesse der Sicherheit nicht sagen.“, Jack musste grinsen, diese Frage kam immer wieder von seinen Kunden und seine Antwort war immer dieselbe.
„Ich möchte gerne wissen was in MEINER Firma vor sich geht, Herr Flanagan.“
„Frau Moser, das werden sie auch, wenn Sie meinen Bericht bekommen, vorher werde ich mich zu den Vorkehrungen nicht äußern.“
„Hm, und Sie meinen das ist sinnvoll?“
„Ja, denn wenn Sie wissen was hier vor sich geht, werden Sie sich anders als normal verhalten, das merken ihre Mitarbeiter und dann ist das ganze Manöver für die Katz.“
„Ah, ok ,verstehe. Gut, dann sind wir uns soweit einig. Frage ist, was kostet das ganze?“
„Das ganze wird sie ca. 250,- € im Monat kosten Frau Moser.“
„Ok, der Deal steht. Wie verfahren wir jetzt weiter?“
„Ich werde die nächsten Tage inkognito herkommen und alles vorbereiten und sie werden sehen, wir finden den Datendieb.“
Gaby stand auf, reichte Herrn Flanagan die Hand und meinte:
„Ich danke Ihnen. Wir sind uns einig, bitte fangen Sie mit der Arbeit an.“
Auch Jack Flanagan stand auf und griff nach Gabys Hand.
„Ich habe zu danken, Frau Moser. Ich werde mich die nächsten Tage bei Ihnen melden, dann sprechen wir die genauen Termine ab.
Jack Flanagan verließ vergnügt das Büro. Er hatte einen neuen Auftrag und die Kundin sah auch noch verdammt gut aus. Diese Arbeit würde ihm garantiert Spaß machen.

Kassandra saß in ihrem Wohnzimmer vor dem Fernseher und schaute irgendeine Sendung an um müde zu werden. Da fiel ihr wieder siedend heiß ein Name ein. Dr. McAllister! Und sie beschloss ein Telefonat zu führen, gerade als sie zum Telefon greifen wollte, klingelte es.
„Heinze...Hey Doc, kannst du hellsehen? Ich wollte dich gerade anrufen.“
„Nein, sollte ich ?“
„Nee, es ist nur, ich müsste mal mit dir reden. Hättest du heute Zeit?“
„Klar, bin in 20 Minuten bei dir.“
„Ok, ich koch schon mal den Kaffee!“

20 Minuten später stand ihr Doc, Doktor Angus McAllister, vor der Tür und klingelte. Sofort macht Kassandra auf.
„Hey, du warst ja richtig schnell.“
„Ja und ich hab dir was mitgebracht, meine Blume.“
Angus McAllister überreichte Kassandra eine einzelne langstielige Rose.
„Danke. Kassandra´s Augen strahlen als sie die Blume sah, sie strahlte.“
Kassandra kam ganz nah an Doc McAllister heran und gab ihm einen Kuss. Einen Kuss voller Leidenschaft und Dankbarkeit. Doch Angus löste den Kuss sofort wieder.
„Kassandra, wenn du mich dafür gerufen hast, dann schlag es dir aus dem Kopf.“
Da war wieder das Stichwort SCHLAGEN. Kassandra schaute ihn an und meinte dann.
„Wir müssen reden, ich brauch deine Hilfe.“
Sie ging mit Angus in die Küche und holte zwei Pötte und eine Kanne Kaffee. Dann ging sie rüber ins Wohnzimmer, setzte sich auf die Couch und schaute Angus fragend an.
„Kommst du bitte?“
„Ja, ok. Was ist denn los?“
„Ich weiß nicht wie ich anfangen soll.“, gestand ihm Kassandra wahrheitsgemäß. „Ich muss dich um einen Gefallen bitten, einen großen Gefallen.“
„Worum geht es denn überhaupt?“
„Es geht um deine Arbeit, um die Untersuchung die du demnächst führst.“
Angus wurde sauer, er hasste es wenn man sich in seine Arbeit einmischte und ganz besonders wenn Kassandra dieses tat.
„Stopp Kassandra, rede nicht weiter!“
Abwehrend hob er eine Hand hoch er wollte nicht weiter zuhören.
„Bitte hör mir zu, Doc, ich bitte dich, hör mich an.“ Kassandra wusste vorher, dass dieses Gespräch nicht einfach würde. Damals hatte er sie einfach genommen und ihr den Hintern versohlt bis sie Besserung gelobt hatte und versprach sich nie wieder in seine Arbeit einzumischen. Kassandra spürte die Tränen in ihr hochsteigen.
„Angus, weißt du wie meine KLEINE heißt?“
„NEIN!“
„Gaby Moser und sie ist leitende Bezirksdirektorin…“
„Bei der Zenturion Versicherung?“, hakte Angus vorsichtig nach.
Kassandra konnte nur noch nicken, sie weinte, sie weinte von Herzen und Angus nahm sie in den Arm, hielt sie einfach nur fest und streichelte sanft über ihr Haar.
„Weißt du, wir haben gestern geredet, viel geredet, ich kenne ihre Sorgen und ihren Stress im Büro und sie weiß auch, dass ich Angst habe sie zu verlieren. Und auf einmal fiel dein Name. Sie hat Angst, dass sie durch dich den Job verliert.“
„Warum sollte sie das tun?“
„Hm, was hat Archangel gemacht, wenn unflätige Worte gegen ihn erhoben wurden?“
„Das mindeste war Seife essen. Meistens gab es dann noch eine Tracht Prügel.“
„Kennst du seine Strafe bei Trunkenheit am Steuer?“
„Fahrverbot und eine Tracht Prügel die sich gewaschen hat!“, Angus musste grinsen. Kassandra hatte genau das einmal erlebt und danach durfte er sie verarzten.
„Stimmt, und im Wiederholungsfalle?“
„Na das gab Arrest, Fahrverbot und eine Abreibung vom Feinsten. Du willst doch nicht sagen das….“
„Doch!“, Kassandra schaute zu Angus.
„Doch Doc, sie hat. Aber da war noch mehr. Was war die Strafe bei Frank, wenn man ihn angriff, erinnerst du dich?“
„Dann war einem der Stock sicher.“, Angus bekam große Augen.
„Sie hat doch nicht etwa?“
„Doch sie hat. Und ich hab durchgreifen müssen, denn sie kannte die Regeln, sie wusste, dass sie gegen die Regeln verstieß. Kassandra begann zu schluchzen, nun konnte sie ihre Gefühle raus lassen. Die Wut auf Gaby war schon lange verflogen, die Enttäuschung und die Traurigkeit in ihr blieben. Nun hatte sie wen, mit dem sie darüber reden konnte. Angus schaute sie an und hielt sie einfach nur tröstend in den Armen bis er sie fragte: “Wann war das? Wann hast du sie dafür bestraft?“
„Vor drei Tagen, der Ledergürtel, sie konnte bis gestern nicht schmerzfrei sitzen und ihr Hintern sieht dementsprechend aus.“
(weiter...)

Samstag, 3. August 2013

Lang lang ist ist her……


Sehr lange ist es her das ich hier etwas geschrieben habe. Dieses geschah nicht weil es nichts mehr in meinem Leben zu erzählen gibt, sondern es geschah weil viele dieser Dinge mittlerweile in meinem Leben sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. So arbeiten meine Herrin und ich mittlerweile sehr viel, und sehr hart um uns ein wenig "Luxus" gönnen zu könenn. Der "Luxus" den ich meine ist ein sorgenfreies Leben. Nun ja, nicht immer haben wir dieses. Ich mache mir teilweise über einige Dinge Sorgen, aber diese betreffen nicht die Rechnungen die bei uns ein gehen. Diese betreffen eher unser Privatleben. Ich sorge mich um meine Familie. Ich sorge mich um meine Lieben. Allerdings wird der Luxus der partiellen Sorgenfreiheit eben durch eine Menge harte Arbeit bezahlt. Und daher musstet ihr hier alle etwas zurückstecken. Ich bitte daher um Vergebung. Und verspreche in Zukunft wieder häufiger zu posten.
Liebe Grüsse Eure daira{M}

Sonntag, 9. Juni 2013

Gaby wartet im Park - Kapitel 3

Gaby saß im Büro und trank ihren x-ten Kaffee, sie konnte es nicht glauben, aber in ihrem Email- Postfach war tatsächlich diese Mail:

„Sehr geehrte Frau Moser,

bitte kommen Sie morgen um 15.00 Uhr in mein Büro. Wir müssen über die Vorgaben der BVG zum Thema Gesundheit und Stornoquote reden. Diese Mail ist eine Dienstanweisung!

Mit freundlichen Grüßen

Rüdiger Franzen
Vertriebsdirektor Zenturion Versicherung“

Gaby schluckte, nun war der Bock also fett, nun hatte sie echte Probleme, IHRE Bezirksdirektion war in Gefahr weil ihr jemand das Geschäft madig machen wollte. VERDAMMT !!! Musste dieser nörgelnde, machohafte Glatzkopf ausgerechnet jetzt nerven!!! Gerade jetzt konnte sie das gar nicht gebrauchen.
„Frau Brandt, sagen Sie bitte für morgen ab 14.00 Uhr alle Termine ab. Und tragen Sie einen Termin in der Vertriebsdirektion ein.“
„Jawohl, Frau Moser. Soll ich irgendetwas vorbereiten für den Termin mit Herrn Franzen?“
„Nein, alles Notwendige hab ich bereits vorbereitet. Ich danke Ihnen. Sorgen Sie nur dafür, dass Herr Fallner mich morgen Nachmittag hier vertreten kann.“
„Jawohl, Frau Moser.“
Valerie Brandt grinste. Es sah ganz danach aus, als würde ihre Chefin endlich ein wenig Druck von oben bekommen. Sah fast so aus als würde ihre Mission hier bald beendet sein. Und vielleicht wäre Sie dann endlich frei. Vielleicht würde sie dann endlich ein neues Leben beginnen können.
Schnell suchte sie die Nummer aus dem Wahlspeicher.
„Hallo Herr Fallner, Valerie Brandt hier. Frau Moser sagt, ich soll Ihnen Bescheid sagen, dass Frau Moser morgen Nachmittag eine Vertretung braucht.“
„Frau Brandt, richten Sie doch bitte Frau Moser aus, dass ich morgen sehr gerne vorbeikomme. Wann soll ich Frau Moser denn vertreten?“ Seine tiefe, sonore Stimme, gefiel ihr wirklich gut. Mann, da wusste sie gleich warum der Mann so gut verkaufen konnte.
„Frau Moser hat ab 14.00 Uhr alle ihre Termine abgesagt.“
„Ja gut, dann werde ich um 12.00 Uhr da sein. Richten Sie das bitte Frau Moser aus!“
„Sehr wohl, Herr Fallner.“
Mit einem Klicken beendet Peter Fallner das Gespräch. Er mag dieses junge Vorzimmerküken nicht. Also bloß nicht viel mit ihm abgeben.

Während dessen saß Gaby Moser kreidebleich an ihrem Schreibtisch. Die Kundendaten der Stornos wurden alle über eine IP ausgelesen. Doch wer kannte das Passwort. Wie zum Henker kam jemand an das Passwort für IHREN PC. Gott verdammt, das durfte einfach nicht wahr sein. Sie lehnte sich in ihrem Chefsessel zurück. Versuchte abzuschalten.
„AUA!“, zischte sie nur hervor. Verdammt das tut echt weh.“ Die Frau hat ne Handschrift mein lieber Herr Gesangsverein.“
Sie stand auf, ging zum Vollautomaten in ihrem Büro und machte sich schnell eine Tasse Kaffee. Den brauchte sie jetzt. Sie konnte es einfach nicht glauben, irgendwer hatte ihren PC geknackt. Aber wer und wie? Und viel wichtiger, wie kam jemand an IHR persönliches Passwort. Schnell hatte sie den Kaffee aus. Und instinktiv griff ihre Hand nach der Schublade in der ihr Wild Turkey Whiskey stand. Sie machte die Schublade auf und holte die Flasche und den Whiskey raus. Es war erst Mittag und bis abends würde der Alkohol eh wieder verflogen sein. Doch kaum hatte sie den Verschluss in der Hand, schossen ihr die Gedanken an gestern wieder durch den Kopf.

„ICH ERWARTE DAS DU GAR NICHTS TRINKST!“

Diese Worte hatten sich in ihr Hirn gebrannt und auch in ihren Hintern.
„Was soll´s, dann nehm ich mir heute Abend ein Taxi.“
Und schenkte sich zwei Finger breit Whiskey ein. Ausgerechnet in dem Moment erklang die Gegensprechanlage.
„Frau Moser, Herr Dr. Farmsen ist noch mal hier. Er meinte er müsse mit Ihnen reden.“
Gaby stöhnte auf. DER hatte ihr noch gefehlt. Sie leerte das Glas in einem Zug und ließ es im Schreibtisch verschwinden.
„Ok, lassen Sie in rein!“
Wenige Augenblicke später betrat der blonde Mittdreißiger das Büro von Gaby.
„Hallo Stephan, was kann ich für dich tun?“
„Ich wollte mich nur erkundigen wie es dir so geht. Und wie weit du mit der Anwartschaft für mich bist. Ich bin doch endlich Beamter auf Lebenszeit.“
„Die Anwartschaft sollte Frau Brandt dir doch zuschicken. Einen Moment!“
Gaby ging ins Vorzimmer und ging direkt auf Frau Brandt zu.
„Frau Brandt, wie weit ist die Anwartschaft von Herrn Farmsen?“
„Ich, ich ich bin gerade dabei die letzten Tarifkombinationen auszuprobieren.“
„OK. Morgen Früh hab ich das als erstes auf dem Tisch. Verstanden!“
Gaby hasste es wenn Sachen künstlich in die Länge gezogen wurden und Frau Brandt war eine Meisterin darin.
„Ja… Jawohl Frau Moser. Morgen Früh haben Sie die Unterlagen auf dem Tisch.“
Danach ging sie wieder in ihr Büro und setzte sich vorsichtig auf ihren Stuhl. Als ihr Po das Stuhlkissen berührte, verzog sie leicht das Gesicht. Scheiße, ihr Hintern stand immer noch in Flammen von Kassandra.
„Ist sonst noch was, Stephan?“
„Ja, ich wollte fragen wie es dir geht.“
„Danke gut, warum sollte nicht?“
„Na zum einen setzt du dich sehr merkwürdig hin, zum anderen riechst du bereits mittags nach Whiskey. Caipirinha ist ja normal, dass du den gerne trinkst, aber mittags Whiskey bedeutet da ist etwas. Also wollen wir reden?“
„Nein wollen wir nicht, aber wenn du einen guten ITler kennst, ich brauch hier mal einen für ein Sicherheitsproblem.“
„Willst du wirklich nicht mit mir reden?“, Stephan Farmsens Stimme klang besorgt.
„Nein will ich nicht, ich muss das alleine hinbekommen, Danke Stephan.“
„Na gut, aber hier ist dennoch die Adresse eines guten ITler´s. Jack ist echt topfit und nicht sehr teuer. Und mal wieder in Deutschland. Grüß Ihn einfach von mir.“
„Danke Stephan, das werde ich machen.“
Der Blonde Dozent für Physik gab ihr eine Visitenkarte und lächelte.
„Danke, ich find den Weg schon alleine, bemühe dich nicht.“
Gaby schaute auf die Visitenkarte:
Jack Flanagan
Internet Security

Ihr schwante übles, hoffentlich war das nicht der Typ aus der Bar, aber schnell wählte sie die Handynr.
„Flanagan!“
„Zenturion Versicherung, Gaby Moser. Herr Flanagan, ein gemeinsamer Freund gab mir ihre Karte und ich denke ich muss ihre Dienste in Anspruch nehmen.“
„Klar, worum geht es denn?“
„Passwortdiebstahl und Auspionieren von Kundendaten. Wohlgemerkt ich bin das Opfer.“
„Klar dass sie nicht die Täterin sind, Lady.“, die Gegenseite musste lachen.
„Am besten wir treffen uns übermorgen in ihrem Büro. Am besten gegen Abend. Passt Ihnen das?“
„Klar welche Uhrzeit?“
„19.00 Uhr?“
„Geht klar, Herr Flanagan.“

Gaby war erleichtert, zumindest etwas erfreuliches für diesen Tag. Schnell machte sie sich noch einen Kaffee. Der Whiskey musste aus ihrem Blut. Sie musste unbedingt zu Kassandra.  Nein, da kann sie auch nicht hin, nicht schon wieder, das würde einfach nur schaden. Kassandra war ihr schon viel zu nahe gekommen. Sie trank einen Schluck Kaffee und dachte nach. Sie dachte an die Dinge die ihr gerade passierten. Sie dachte daran, dass ihre Emotionen gerade Achterbahn fuhren, Sie dachte daran, dass diese Frau in ihr ein Bedürfnis weckte, was niemals hätte sein dürfen, niemals wieder wollte sie sich in sie verlieben. Und doch, es war wieder passiert.

Während dessen saß Kassandra mit dem Doc beim zweiten Frühstück. Sie schaute dem Doc in seine saphirblauen Augen. Sie war nachdenklich. Sie wusste, dass Gaby Zeit brauchen würde. Aber alleine sein, ohne sie, das war schwer. Ja, sie war da, passte auf Gaby auf, aber ja auch sie brauchte Gaby, dieses Gefühl gebraucht zu werden. Einen Menschen zu haben der einem bedingungslos vertraute. Ja sie brauchte ihre kleine Träumerin, auch wenn diese mittlerweile erwachsen geworden war.
„Wo sind deine Gedanken, Kassy?“
„Weit weg, Doc. Ganz weit weg!“
„Hast du immer noch nicht mit ihr geredet?“
„Doch, ich hab sie vor ein paar Tagen in ihrer Bar angesprochen.“
„Und, was macht dich denn so traurig und nachdenklich?“, der Doc stand auf und ging auf sie zu. Seine große, starke Hand griff nach ihrem Gesicht, seine Finger berührten ihre Wange, zärtlich, liebevoll. Er schaute sie aus seinen saphirblauen Augen an und seine Augen wurden immer weicher.
„Was ist los?“
„Sie hat Angst, sie hat Angst mich wieder zu verlieren. Und ich weiß nicht wie ich ihr diese Angst nehmen soll. Ich verstehe sie einfach zu gut. Ich hab dieselbe Angst. Ich kann nicht noch mal ohne sie leben.“
Kassandra´s Augen füllten sich mit Tränen als Sie zu dem Doc hochschaute.
„Rede mit ihr. Erzähl ihr deine Angst.“
Kassandra schluckte. Sie konnte nicht auszuschließen dass er Recht hatte. Er hat fast immer Recht mit seinen Ratschlägen.

Es ist wieder spät geworden, schnell setzte sich Gaby in ihr Auto und fuhr los. An ihrer Kreuzung überlegte sie kurz. Links geht es zu Kassandra, rechts in ihre kleine Wohnung. Harsch setzte sie den Blinker rechts, fuhr zu sich nach Hause. Nein heute muss sie abschalten, für sich sein. Der Tag morgen würde hart werden.
Sie ging in ihre kleine Wohnung, auf dem Weg ins Badezimmer fallen Hose, Bluse, BH und Slip. Dann unter die Dusche und das heiße Wasser genießen. Endlich wieder Leben spüren. Und AUAAAAAA! Da war noch was.
Nach der Dusche schnappte sie sich ihren Wohlfühlpulli und schlüpfte mit einem heißem Kakao ins Bett. Schnell schlief sie ein.
Und anderswo hofft jemand, dass Gaby den Weg zu ihr fand. Von selber! Auch diese Person schlief nach einem harten Trainingstag in ihrem Bett ein, und keiner sah ihre Tränen. Keiner war da der sie tröstete. Wieder einmal standen die stärksten Bäume alleine im Wald.


„Frau Brandt, ihre Leistungen sind mangelhaft, NEIN SIE SIND EINFACH UNGENÜGEND. So etwas dulde ich nicht bei meinen Mitarbeitern. Haben wir uns verstanden?“
Valerie Brandt saß vor einem großem Holzschreibtisch. Der blonde, mittlerweile schon fast grauhaarige Mann mit Schnauzbart, schaut ihr ins Gesicht, er war wütend, wieder mal haben ihre Leistungen ihn nicht zufriedengestellt.
„Es tut mir leid, aber Frau Moser ist einfach zu clever und sie ist in letzter Zeit sehr häufig im Büro, ich kann nicht mehr so schalten und walten wie früher. Und zählen denn die hohen Stornozahlen überhaupt nicht?“
In Valerie Brandt steigt die Verzweiflung hoch.
„Ich mei… meine Frau Moser hat Stornozahlen von 25% ist das denn gar nichts?“
„Frau Brandt, sie hatten mir innerhalb eines halben Jahres einen Storno von 50% zugesichert. Wir sind jetzt in welchem Monat dieser Zeitspanne?“
„Wir sind einen Monat drüber hinaus!“, leise sagte Valerie Brandt die Worte.
„Frau Brandt, bitte noch mal, diesmal etwas deutlicher. Ich kann sie hier nämlich nicht hören.“
„Wir sind einen Monat darüber hinaus!“, klar und deutlich wiederholte Frau Brandt die Worte und schaute dem Mann in die grünen Augen.
Der Mann der immer auszuschließendem Anzüge trug, stand auf und ging auf Frau Brandt zu, bedrohlich langsam. Dann schaute er ihr tief in die Augen.
„Doch Frau Brandt, das bedeutet, dass sie mich nur zu 50% enttäuscht haben!“

Am nächsten Morgen betrat Frau Brandt das Büro, ihre Chefin saß schon am Schreibtisch und schien einige Sachen durchzuarbeiten.
„Guten Morgen Frau Moser, ich setze sofort eine Kanne Kaffee auf.“
„Danke Frau Brandt! Ehm, bevor ich es vergesse, denken Sie bitte daran, dass nachher Herr Fallner noch kommt?“
„Selbstverständlich!“, wie konnte die Kuh nur denken, dass sie den Termin mit Fallner vergessen würde, sie mag ihn nicht und er sie anscheinend auch nicht, so was vergisst man nicht.

„Oh man, da ist heute aber jemand mit dem falschen Fuß aufgestanden.“, dachte  Gaby bei sich und  musste grinsen, ihr war die Laune ihrer Sekretärin nicht entgangen. Und sie konnte sich das Grinsen auch nicht verkneifen als sie sah, wie vorsichtig Frau Brandt sich in ihren Stuhl setzte. „Na da hat gestern Abend wohl wer zu viel gefeiert und nun Muskelkater in den Beinen.“, dachte sie sich bei sich.
Herr Fallner erschien pünktlich um 12.00 Uhr in der Bezirksdirektion.
„Hallo Frau Brandt! Ich wünsche einen wunderschönen Tag!“
Seine gespielte Höflichkeit nervte sie. Warum kann er ihr einfach nicht zeigen was er von ihr denkt und sie dann in Ruhe lassen.
„Mahlzeit Herr Fallner, die Bezirksdirektorin erwartet sie bereits.“
Zielsicher betrat Herr Fallner das Büro seiner Chefin, ging direkt an den Schreibtisch und gab Gaby Moser die Hand.
„Ist Frau Brandt mittags immer so gut gelaunt?“
Er kam heute lieber direkt auf den Punkt, er wollte unbedingt vor der Abfahrt von Frau Moser noch ein paar Punkte klären. Und das junge Küken im Empfang war es ihm nicht wert, mehr Zeit als notwendig für zu opfern. Er konnte sowieso nicht verstehen was Frau Moser in Frau Brandt sah.
„Nein, allerdings ist sie heute den ganzen Tag schon so drauf.“
„Hm, verstehe. Eine Frage hab ich noch. Die Stornozahlen von denen Sie sprachen. Betreffen die alle hier oder nur „ausgesuchte“ Mitarbeiter der Versicherung?“ Herr Fallner setzte das Wort ausgesuchte in die obligatorischen Gänsefüßchen.
„Nein die betreffen zum Großteil das direkte Geschäft der Bezirksdirektion. Also Kunden die hier Angebote nachgefragt haben und komischerweise mich persönlich. Wieso fragen Sie?“
„Reine Neugier, ich hab mich nur gewundert, denn meine Stornoquote liegt weit unter 25%.“
„Ich weiß, ich kenn ihre Stornoquote.“
Gaby musste lächeln. Das war ja ein netter Versuch sie auszuhorchen.
Peter Fallner war ein Fuchs, Gaby merkte das immer wieder. Die Erfahrungen des Anfang vierzigjährigen Hauptagenturleiters war nicht zu unterschätzen. Und auf der anderen Seite war das genau eine der Stützen welche sie hier im Büro hatte. Leider musste sie das Gespräch aber beenden, es gab da noch eine Sache die erledigt werden musste.
„Hören Sie Herr Fallner, ich muss gleich los, ich muss in die Vertriebsdirektion und vorher will ich noch etwas privates erledigen.“
„Kein Problem, Frau Moser. Wann sind Sie wieder hier?“
„Ich habe um 19.00 Uhr hier noch einen Termin.“
„Ok, dann weiß ich Bescheid.“

Gaby ging zum Schreibtisch von Frau Brandt.
„Frau Brandt, ich habe heute Morgen mein Angebot von Herrn Farmsen nicht erhalten. Haben Sie das gestern nicht geschafft?“
Gaby versuchte eine freundliche, unbeteiligte Stimme zu behalten, innerlich jedoch kochte sie vor Wut. Gaby hoffte, dass Frau Brandt es wenigstens auf ihrem Schreibtisch hatte.
„Ähhhm, nein Frau Moser, tut mir leid! Ich mache das sofort fertig.“
„Nicht nötig, Frau Brandt. ICH habe das Angebot selber ausgerechnet, ich werde es gleich zu Herrn Farmsen bringen und dann in die Vertriebsdirektion fahren. Wir zwei werden uns morgen Mittag  UNTERHALTEN! Ihre Mittagspause ist morgen gestrichen!“
Gaby war auf 180. Dieses kleine Miststück, seit Monaten trödelte sie auf der Arbeit rum, kam mit Anfragen nicht hinterher. Briefe dauerten Tage bis sie in ihrer Unterschriftenmappe lagen. So ging das echt nicht weiter. Gaby musste dem ganzem einen Riegel vorschieben und dazu würde sie morgen mit ihrem „vergesslichen“ Vorzimmerdämchen ein ernsthaftes Gespräch führen. Vielleicht begriff Frau Brandt dann den Ernst der Lage.

Mist, verfluchter Mist, morgen keine Mittagspause! Stattdessen ein Gespräch mit Frau Moser, na wenn das die gleichen Gespräche wie mit ihm werden, na Mahlzeit. Obwohl der Typ ist sie nicht, sie würde niemals auf diese Art ein Gespräch führen. NIEMALS! Obwohl ihre Stimme hatte teilweise denselben Klang. Aber wer weiß, vielleicht kam sie ja mit einer Abmahnung davon. Die einfache Ermahnung würde es garantiert nicht geben. Da war sich Valerie sicher. Und irgendwie bekam sie Angst, denn sollte ER herausfinden, dass ihr Job in Gefahr war. Auweia. Daran mochte sie gar nicht denken.

Während Frau Brandt in ihren Gedanken hing, fuhr Gaby auf direktem Weg in die Uni von
Dr. Farmsen. Sie hatte ihm ein Angebot für seine Anwartschaft als Beamter ausgerechnet. Lange hatte er darauf hin gearbeitet seinen Job als angestellter Universitätslehrer in eine Beamtenstelle umwandeln zu können. Dieses Projekt hatte er schon verfolgt als er und Gaby zusammen kamen.  Und das war vor 2 ½ Jahren.  Sie fuhr zügig, sie wollte nicht zu spät kommen. Sie musste etwas Zeit raus schinden, denn die Fahrt in die Vertriebsdirektion würde auch eine halbe Stunde dauern.  Sie fuhr schneller und schon war es passiert. ZACK!!!!!! Das rote Licht erwischte sie voll.
„Fuck, so ein verdammter Fuck!“
Wütend schlug sie gegen das Lenkrad ihres Firmenwagens. Parkte ihren Wagen auf einem Parkplatz neben der Uni und ging Richtung Büro von Dr. Farmsen. Zielsicher suchte sie die einzelnen Gänge ab. Wie oft hatten sie sich hier getroffen wie oft waren sie dann in irgendwelchen Gängen verschwunden. Aber nein, das war Vergangenheit. Sie lebte im hier und jetzt. Sie baute sich ein neues Leben auf. Ein Leben, in dem sie auf eigenen Füssen stand. Ein Leben, in dem sie nie wieder abhängig sein würde, von irgendwem. Kein Ralf Moser, kein Dr. Stephan Farmsen, keine Kassandra Heinze. Nein. Sie würde sich nie wieder abhängig machen von einem Menschen. Also schnell das Angebot abgeben und dann ab in die Stadt zur Vertriebsdirektion. Zielsicher suchte sie die Türen ab. Wo war denn nur Zimmer 5. Ah, da. Sie klopfte kurz an und ging dann hinein. Ihr Ex saß gerade mit einem dunkelhaarigen, gutaussehenden Mann zusammen und beide stoppten die Unterredung sofort als Gaby den Raum betrat.
„Hallo, Gaby. Was verschafft mir die Ehre deines Besuches?“
„Hallo Stephan, ich hatte dir doch das Angebot zugesichert. Nun, hier ist es. Lass uns die Tage telefonieren. Wenn du Fragen hast ruf mich einfach an. Du hast ja meine Handynr.“
„Äh ja, mach ich, du….“
Schon unterbrach sie ihm das Wort. Das hatte sie früher schon gemacht und es störte ihn damals wie heute. Was fiel ihr ein, das war grob unhöflich.
„Sorry Stephan, ich bin in Eile ich hab gleich ein Treffen mit meinem Chef und der war alles andere als gut drauf.“
„Ok, ich ruf dich dann morgen an. Und……“
Den Rest des Satzes hörte Gaby schon nicht mehr, denn sie war aus dem Raum raus und rannte wieder Richtung Auto, von weitem sah sie schon das Unglück, eine Politesse schrieb ihr gerade ein Ticket.
„Verfluchte Scheiße!!!! Fuck, Fuck!!! Der Tag ist echt…..“
Mehr Kraftausdrücke fielen ihr gerade nicht ein und zum Glück war die Politesse schon weg als Gaby am Auto ankam. Toll wieder 5 € für Falschparken. Sie konnte mit den Tickets bald die Wände tapezieren.
Schnell stieg sie ein, schmiss das Ticket auf den Beifahrersitz und fuhr los. Zum Glück war die Autobahn frei und sie konnte zügig durchfahren. 10 Minuten vor der Zeit war sie in der Vertriebsdirektion, sie stieg in den Fahrstuhl, fuhr in den ersten Stock und bevor sie ausstieg atmete sie noch mal durch. Verdammt sie war nervös, aber hier musste sie durch, es ging um ihre Existenz.
Gaby betrat das Büro des Vertriebsdirektors, Rüdiger Franzen. Wie zu erwarten saß da wieder eine seine Vorzimmerdamen und manikürte sich die Nägel. Blondierte Haare und künstliche, lange Nägel. Rüdiger Franzen hatte noch nie einen stilsicheren Geschmack was Frauen betraf. Erst Recht was sein Vorzimmer betraf. Daher hatte Gaby auch darauf bestanden sich ihre Vorzimmerdame selber aussuchen zu dürfen. Sie hatte sich gegen das Alphatier durchgesetzt. Sie hatte zwar schwer ackern müssen um ihn mit Zahlen zu überzeugen. Aber am Schluss hatte sie ihn mit Zahlen und weiblichen Charme überzeugt.
„Ich habe einen Termin bei Herrn Franzen!“
„Ja Frau Moser, sie werden bereits erwartet.“

Mittwoch, 22. Mai 2013

Bravesstarr - Die Legende von New Texas -Kapitel 18




Tex Hex stand mit Vipra vor dem riesigen Anwesen und schaute zu ihr. Er wusste nicht was er sagen sollte. Wie auch. Das Haus war ein Traum ein altes herrschaftliches Haus erbaut von….. von Doc Clayton? Man dann hat der Mann echt Stil.

„Und Du meinst Bravestarr und J.B. machen da mit?“

„J.B. bestimmt, Bravestarr wird das Problem. Er ist mittlerweile sehr enstscheidungsfreudig.“

„Wie meinst Du das denn?“

„Na was denkst Du wohl?“

Bei diesen Worten gibt Vipra ihm einen leichten Klaps auf den Po.

„Nee, ernshaft?“

„Ja, J.B. sagte es mir gestern.“

Tex pfeift anerkennend durch die Zähne.

„Bei allen Geistern, das Du so schnell bist hätte ich nicht gedacht Marshall!“

„Für Dich in Zukunft Bravestarr… Schliesslich sind wir ja ab nächster Woche Nachbarn.“

„Wir Nachbarn? Das halte ich für ein Gerücht, Bravestarr.“

„Du kannst doch nicht mit einem Gangster zusammen ziehen.“

„Seit wann bist Du denn ein Gangster?“

„Ohh, da war ja was.“

„Liebster Marshall, bitte sag ja!“

Vipra geht betont aufreizend und langsam auf Bravestarr zu, sie schaut ihn mit unschuldigen Augen von unten an. Ihr Blick ist ein einziges Flehen.

„Bitte Marshall, bitte.“

„Vipra es langt! Hör auf den Ma…. BraveStarr zu bedrängen!

Tex Stimme bekommt einen herrsichen Unterton es ist ihm peinlich wie sehr Vipra bettelt.

„Bitte Marshall, ich werde alles tun was Du willst. Nur bitte lass es uns zu viert versuchen.“

Mit ihrer Hand fährt sie sanft über Bravestarr´s Wange und wiederholt hauchend ihre Worte.

„Marshall ich tue ALLES wirklich ALLES damit Du es mit uns zusammen probierst.“

Tex Miene verfinstert sich immer mehr als Vipra immer noch nicht daran denkt mit dem Betteln aufzuhören. Er schaut zum Marshall, seine Hand zieht unter dem Hals eine Linie und auch die Mine von Bravestarr verfinstert sich. Schon lange hatte er Vipra´s Spiel durchschaut und er hatte keine Lust sich von ihr oder J.B. manipulieren zu lassen. Seine Hand fasste unter Vipra´s Kinn und zwang sie ihm in die Augen zu sehen.

„Vipra, ich bin nicht dein Spielball und versuche nie wieder mich zu manipulieren oder zu hypnotisieren. Beim nächsten Mal, werde ich Tex nämlich nicht den Vorrang lassen.“

Ihre Augen weit aufgerissen, schaut sie den New Cheyenne an. Sie konnte nicht verstehen.

„Ich verstehe nicht, Marshall?“

„Vipra, LÜG mich nicht an.“

Er packt die Schlangenprinzessin und zerrt sie am Arm zu Tex Hex zurück.

„Kümmer Du Dich bitte darum, ich hab keine Lust deine Arbeit zu machen. Wenn wir zusammen ziehen, hat sich jeder um sein „Täubchen“ zu kümmern!“

„Keine Sorge das werde ich!“

Mit diesen Worten zerrt er Vipra die Stufen des herrschaftlichen Hauses nach oben.

„Wir 2 werden nun eine UNTERHALTUNG führen.“

Mit diesen Worten führt er sie in das neue grosse Wohnzimmer im Erdgeschoss.

„Dachte ich mir doch, der Doc hat hier Möbel das passt doch wunderbar.“

„So Vipra nun erklär mir mal genau was das eben sollte?“

„Was meinst Du Tex?“

„Was ich meine?“

„Du versucht Bravestarr zu becircen. Ignorierst mich, meine Gedanken die ich Dir gesandt habe!“

„Ach das war das. Wunderte mich schon….“

In diesem Moment trifft Vipra die Hand von Tex und auf ihrer Wange landet eine schallende Ohrfeige.“

„Es war doch nur ein Flirt!!!“, schreit sie dann heraus.

„LADY nicht in diesem Ton!“

Tex seine Stimme wird einschneidend, bekommt einen eisenharten Klang.

„Man was soll das, Du willst doch auch hier einziehen und Doc Clayton hat doch gesagt, entweder wir vier oder keiner.“

Vipra war allmählich echt sauer. Sie wollte ihrem Master Tex doch nur einen Gefallen tun und nun hing dieser an Decke dafür das sie ihm was Gutes tun wollte.

Tex begann allmählich richtig sauer zu werden. Wollte Sie nicht verstehen, daß er diese Maschen in Zukunft nicht mehr wollte. Daß er kein neues Leben auf einer Lüge aufbauen wollte?

„Vipra, wenn die Hypnose geklappt hätte wäre die Entscheidung dann noch seine eigene gewesen?“

„Das weisst Du doch!“

Vipra steigerte sich immer mehr in die Sache rein, wozu fragte der Dinge die er wusste. Er kannte doch die Funktionsweise ihrer Hypnose.

„Beantworte bitte meine Frage!“

Tex seine keriumroten funkelten verdächtig, er war kurz davor dieses Gespräch zu beenden.

(....weiter)